Wohnanlage

Weil am Rhein

Jahr:2016

Landschaftsarchitektur: Studio RW - Berlin

Die architektonische Leitidee für die Wohnanlage basiert darauf zwei massive Sockel auszubilden und mit einer durchgehenden Scheibe zu verbinden. Diese dient als Ausgangsbasis um die einzelnen Module der unterschiedlichen Wohneinheiten übereinander zu stapeln. In diesem Regalsystem wechseln sich fassadenbündige und eingerückte Module ab und generieren einen eigenständigen Charakter. Städtebaulich nehmen die Baukörper die Fluchten der Nachbarbebauung auf und transformieren diese entlang des Gebäudeverlaufs in das anschließende abgeknickte Plangebiet. Durch diese Transformation der unterschiedlichen Fluchten generieren die beiden Baukörper ein städtebauliches Gelenk welches sich in Richtung des Quartiersplatzes mit orientiert. Im Süden wie im Norden entsteht eine klare Raumkante. Abweichend von der planrechtlichen Festsetzung sind die Dachgeschosse als Vollgeschosse angesetzt. Die bauliche Masse wurde diesbezüglich reduziert und schafft es ohne Vorsprünge und Erker auszukommen. Dies bestärkt die klaren Raumkanten im Norden und Süden.

Die beiden Baukörper teilen sich einen Haupterschließung und werden gesamtheitlich über einen im Norden verlaufenden Laubengang erschlossen. Dieser Außenbereich wird über eine Höhe von drei Geschossen mit einer Weißen Membran aus Streckmetall überzogen und verbindet so beide Baukörper. Durch die Membran wird die farblich abgesetzte Gebäudefuge diffus in das städtebauliche Bild eingebunden und bildet eine Art Pendant zum starken Sanaa Bau. Die Fassade des Wohnregal an der Südseite wird ebenfalls durch farbliche akzentuieren hervorgehoben. Hier wechseln sich ein dunkles blutrot mit einem hellen Grauton ab.

Das Sockelgeschoss beherbergt an den beiden Enden im Osten und Westen jeweils einen Demenzwohngruppe. Der innere Kern jeder Wohneinheit ist durch eingestellte Boxen gegliedert. Diese Boxen beherbergen Nebenfunktionen für den internen Ablauf und sind umlaufend mit Holz verkleidet. Die Türen zu den Nebenräumen sind ebenfalls mit Holz verkleidet und flächenbündig in die Box integriert. So treten die Türen für die Bewohner in den Hintergrund und ein klassischer Flurcharakter wird vermieden. In Kombination mit einem Lightshower auf den Holzflächen wird der gesamte Rundlaufbereich mit einem warmen Farbton indirekt beleuchtet und bietet eine Orientierung für die Bewohner. Dies setzt sich im Außenbereich fort. Der vorgelagerte Arkadenbereich wird in den Außenrundweg einbezogen. Der innere Ring des Umlaufes ist durch ein einfarbiges ebenes Plattenbandmarkiert und schafft dadurch eine leicht zu folgende Spur der Orientierung. An einigen Stellen formt sich das Band zu Beeten und Spielbereichen, die für eine leichtere Erreichbarkeit erhaben sind und von Rollstuhlfahrern mühelos angefahren und bedient werden können. Vereinzelt stehen heimische Obstbaumgehölze in der umlaufenden Grünfläche. Der notwendige umlaufende Zaun ist durch eine Strauchabpflanzung kaschiert und vermeidet so die Wirkung des „eingesperrtseins“.

Sozialstation und Mehrzweckbereich sind zentral im Bereich der Erschließung angeordnet. Die Tiefgarage bietet für 45 Fahrzeuge einen Stellplatz und schafft es unterhalb der Grenze zur Großgarage zu bleiben (< 1000 m²). Im Osten und Westen schließen sich Lager und Abstellflächen an die Tiefgarage an. Aufgrund der ausreichend vorhandenen Stellfläche im Keller kann angedacht werden einen Teil des westlichen Lagerbereichs als Trockenraum für die Bewohner freizugeben. (Vermeidung des Wäschelufttrocknens innerhalb der Wohnung, gerade in den Wintermonaten) Konstruktiv werden die Baukörper in Massivbauweise errichtet und mit einen hocheffizienten Wärmedämmverbundsystem verkleidet. Der Massive Sockel wird mit einem geweißten Klinker verkleidet und bietet so einen guten Schutz gerade im zugänglichen Bereich des Erdgeschosses. Als oberer Abschluss erhält der Sockel ein umlaufendes Sichtbetonfertigteil. Im Norden erhalten die Laubengänge eine weiße Streckmetallmembran welche die Blicke nach außen durchlässt aber die Blicke nach innen nur diffus wiedergibt.